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OP, BOP und FTGFOP sind traditionelle Handelsbezeichnungen, die Hinweise auf Blattbeschaffenheit, Sortierung und teilweise Blattspitzen geben. Sie stehen besonders häufig auf Schwarztee. Aus einem längeren Kürzel folgt aber nicht automatisch die bessere Tasse: Herkunft, Verarbeitung, Frische, Zubereitung und dein Geschmack entscheiden mit.

Wer „Orange Pekoe“ liest, muss keinen Orangentee erwarten. Und „Dust“ bedeutet nicht, dass der Tee vom Boden zusammengefegt wurde. Dieser Ratgeber ordnet die Begriffe ein und zeigt, welche Informationen dir beim Einkauf tatsächlich helfen.

Was beschreibt ein Blattgrad?

Nach der Verarbeitung werden Tees nach ihrer Beschaffenheit sortiert. Dabei entstehen unterschiedliche Größenklassen: größere Blattstücke, gebrochene Blätter und feinere Teilchen. Das System beschreibt das trockene Produkt, nicht einfach die Farbe des späteren Aufgusses.

Eine wichtige Einordnung liefert das Österreichische Lebensmittelbuch, Kapitel B31: Handelsübliche Sortierungsbezeichnungen beziehen sich auf Größe und Aussehen und erlauben keinen Rückschluss auf den Genusswert. Für die persönliche Auswahl heißt das: Das Kürzel ist ein Hinweis auf die Ware, keine universelle Geschmacksnote.

Die vier großen Gruppen

Gruppe Gemeint ist Praktische Bedeutung
Blatt-Tee / Whole Leaf Größere, ganze oder weitgehend erhaltene Blätter Ein geräumiger Filter lässt das Blatt gut entfalten
Broken Kleinere, gebrochene Blattstücke Bei der Zubereitung sorgfältig auf Intensität und Zeit achten
Fannings Feine Blattteilchen Ein feiner Filter hält die Teilchen besser zurück
Dust Besonders feine Sortierung Geeignetes Filtermaterial ist für eine partikelfreie Tasse wichtig

Die englischen Namen wirken wertend, sind aber zunächst Größenbegriffe. Feinere Teilchen sind nicht automatisch verdorben oder minderwertig. Sie können für bestimmte Aufgüsse und Filterformen gerade gewünscht sein. Ebenso garantiert ein besonders langes, dekoratives Blatt noch keinen angenehmen Geschmack.

Die Lehrmaterialien der Krishna Kanta Handiqui State Open University unterscheiden diese vier Gruppen und zeigen, dass orthodox verarbeitete Tees sowohl Blatt- als auch Broken-, Fannings- und Dust-Sortierungen umfassen können. Orthodox ist also nicht einfach ein anderes Wort für ganzes Blatt.

OP, FOP, TGFOP und FTGFOP lesen

Kürzel Häufige ausgeschriebene Form Orientierung
OP Orange Pekoe Traditionelle Blattsortierung
FOP Flowery Orange Pekoe Bezeichnung mit Hinweis auf feinere Blattpartien beziehungsweise Tips
GFOP Golden Flowery Orange Pekoe Zusatz mit Bezug auf goldene Blattspitzen
TGFOP Tippy Golden Flowery Orange Pekoe Bezeichnung mit besonderer Betonung der Tips
FTGFOP Finest Tippy Golden Flowery Orange Pekoe Weitere traditionelle Verfeinerung der Bezeichnung
BOP Broken Orange Pekoe Broken-Sortierung
FBOP Flowery Broken Orange Pekoe Broken-Bezeichnung mit zusätzlicher Differenzierung

Die Schreibweisen und Erläuterungen sind nicht überall identisch. Für das erste F in FTGFOP findest du beispielsweise auch „Fine“ statt „Finest“. Zusätze wie S oder eine angehängte 1 müssen im jeweiligen Handelskontext gelesen werden. Daraus entsteht keine weltweit vergleichbare Punktzahl, mit der du beliebige Tees verschiedener Herkunft sauber gegeneinander ausrechnen könntest.

Als deutschsprachige Übersicht zeigt auch der Wollenhaupt-Katalog unter „Tea Basics“ diese verbreiteten Kürzel. Für eine konkrete Packung zählt ergänzend, wie der Anbieter die verwendete Bezeichnung erläutert.

Was sind Tips – und was bedeutet „Golden“?

Tips sind die zarten Blattknospen beziehungsweise als Blattspitzen bezeichneten Partien, auf die viele dieser Kürzel Bezug nehmen. Ihr Aussehen gehört zur Beschreibung des trockenen Tees. Goldene Partien in einer Schwarzteesortierung sind daher keine zugesetzte Dekoration.

Aus dem Tip-Anteil allein lässt sich trotzdem weder ein bestimmter Koffeingehalt pro Tasse noch eine garantierte Milde ableiten. Solche Aussagen bräuchten Informationen über den konkreten Tee und seine Zubereitung. Eine hübsche Mischung aus dunklen Blättern und hellen Spitzen kann ein interessantes Merkmal sein, ersetzt aber keine geschmackliche Beschreibung.

„Orange“ und „Flowery“ sind keine Zutatenliste

Orange Pekoe bedeutet nicht, dass Orangenschalen enthalten sind. Ebenso beschreibt „Flowery“ im Blattgrad keine zugesetzten Blumen. Prüfe die Zutatenliste, wenn du wissen möchtest, ob ein Tee mit Früchten, Blüten, Ölen oder Aromen gemischt wurde.

Bei N°4 Earl Grey Blue Deluxe nennt die aktuelle Zutatenliste beispielsweise eine Schwarzteemischung aus China, Assam- und Darjeeling-Tee sowie Bergamottöl, Bergamottenschalen und Kornblumenblüten. Die Zitrusnote ergibt sich dort aus der angegebenen Aromatisierung. Für dieses Produkt weisen wir hier ausdrücklich keinen unbestätigten OP- oder FTGFOP-Grad zu.

Das ist ein hilfreicher Unterschied beim Einkauf: Blattgrad, Herkunft und Aromatisierung beantworten drei verschiedene Fragen. Die erste beschreibt die Beschaffenheit, die zweite die Herkunft der Teebasis, die dritte zusätzliche geschmacksgebende Bestandteile.

Beeinflusst die Blattgröße die Zubereitung?

Die Zerkleinerung kann beeinflussen, wie schnell ein Aufguss kräftig wird. Daraus folgt aber keine starre Ziehzeit für jeden BOP oder jeden FOP. Temperatur, Dosierung und konkrete Verarbeitung wirken zusammen. Beginne deshalb mit der Empfehlung auf der Packung, nicht mit einer beliebigen Buchstabentabelle.

  • Bei feiner Sortierung: Achte auf einen ausreichend feinen Filter, damit kleine Teilchen nicht ungewollt in der Tasse bleiben.
  • Bei voluminösem Blatt: Plane genug Platz für das Aufquellen ein. Ein eng gefülltes kleines Tee-Ei ist oft unpraktisch.
  • Beim Dosieren: Ein Löffel feiner Teilchen kann eine andere Masse enthalten als derselbe Löffel großer lockerer Blätter. Für einen Vergleich ist Wiegen genauer.
  • Beim Probieren: Verändere jeweils nur eine Größe. Sonst weißt du nicht, ob das Ergebnis an mehr Tee, längerer Zeit oder heißerem Wasser lag.

Wie du einen nachvollziehbaren Vergleich aufbaust, erklärt unser Beitrag Tee zu Hause verkosten. Die passende Filtergröße findest du im Ratgeber Teesieb oder Tee-Ei.

Was ist mit CTC?

CTC bezeichnet ein Verarbeitungsverfahren und keine einzelne Blattgröße. Auch für CTC-Tees gibt es unterschiedliche Sortierungen. Die Indian Tea Association veröffentlicht eine Übersicht der CTC-Grade mit Broken-, Fannings- und Dust-Gruppen. Ein Kürzel sollte deshalb im Zusammenhang mit dem Verfahren und der Herkunft gelesen werden.

Du musst für die nächste Tasse nicht jede Untergruppe auswendig lernen. Es reicht zunächst zu verstehen, dass „Broken“ und „CTC“ keine austauschbaren Wörter sind und dass kleinere Teilchen eine beabsichtigte Beschaffenheit sein können.

So liest du ein Teeangebot sinnvoll

  1. Teesorte und Herkunft klären: Handelt es sich etwa um einen Darjeeling, Assam oder eine Mischung?
  2. Aromatisierung prüfen: Ist purer Tee gewünscht oder eine Mischung mit zusätzlichen Zutaten?
  3. Blattgrad einordnen: Sagt die Beschreibung etwas über Blattgröße oder Tips?
  4. Zubereitung und Geschmack lesen: Passt der beschriebene Charakter zu deinem Alltag und deiner Vorliebe?
  5. Nach dem Aufgießen urteilen: Ein längeres Kürzel ist kein Ersatz für Duft und Geschmack in der Tasse.

Wenn du zuerst die geschmackliche Herkunftsrichtung eingrenzen möchtest, hilft der Vergleich Assam oder Darjeeling. Er behandelt eine andere Frage als die Blattgradierung.

Häufige Fragen

Ist FTGFOP grundsätzlich besser als BOP?

Nein. Die Bezeichnungen beschreiben unterschiedliche Ware. Welcher Tee dir besser schmeckt und besser zu deiner Zubereitung passt, ergibt sich nicht allein aus der Länge des Kürzels.

Enthält Orange Pekoe Orange?

Die Bezeichnung selbst sagt das nicht. Ob Zitrusbestandteile enthalten sind, steht in der Zutatenliste beziehungsweise Produktbeschreibung.

Sind Fannings und Dust automatisch Abfall?

Nein. Sie bezeichnen feine Sortierungen. Der Begriff allein belegt weder schlechte Qualität noch mangelhafte Hygiene.

Kann ich die Kürzel auf Grüntee übertragen?

Nicht als allgemeingültiges Bewertungssystem. Die beschriebenen Handelsgrade sind besonders bei bestimmten Schwarztees verbreitet. Grüntees werden oft über eigene Sorten- und Verarbeitungsbezeichnungen erklärt.

Quellen

Stand: 26. Oktober 2026. Die Übersicht erklärt Handelsbegriffe und ersetzt keine chargenbezogene Qualitätsprüfung. Das Titelbild illustriert unterschiedliche Blattgrößen und zeigt keine zertifizierten Gradmuster.

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