Hast du dich schon mal gefragt, warum ein grüner Tee aus Japan oft frisch, grasig und klar schmeckt – während grüner Tee aus China eher weich, nussig oder leicht geröstet wirken kann? Oder warum manche Schwarztees malzig und kräftig sind, andere aber blumig und elegant?
Die kurze Antwort: Tee ist ein Naturprodukt – und Herkunft ist beim Tee das, was beim Wein „Terroir“ bedeutet.
Boden, Klima, Höhenlage, Sorte, Erntezeitpunkt und Verarbeitung formen gemeinsam das, was du später in der Tasse wahrnimmst.
In diesem ausführlichen Guide erfährst du, welche Faktoren den Geschmack beeinflussen – und wie du durch Herkunft leichter den Tee findest, der zu dir passt.
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1) Der wichtigste Grund: „Terroir“ – Natur prägt Geschmack
Der Geschmack von Tee entsteht nicht erst in der Manufaktur, sondern beginnt im Feld. Genau wie bei Kaffee oder Wein beeinflusst die Umgebung die Zusammensetzung der Pflanze:
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Aromastoffe (z. B. blumige, fruchtige, nussige Noten)
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Bitterstoffe und Gerbstoffe (Tannine, „Grip“ im Mund)
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Umami & Süße (vor allem bei japanischem Grüntee und Matcha)
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Ätherische Öle (besonders bei Kräutern, aber auch bei Tee)
Je nachdem, wie die Teepflanze wächst, verschieben sich diese Anteile – und damit schmeckt Tee je nach Herkunft anders.
2) Klima: Temperatur, Sonne, Regen – das Geschmacks-Dreieck
Temperatur
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Kühle Nächte verlangsamen das Wachstum → mehr komplexe Aromen, oft eleganter.
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Wärmere Regionen fördern schnelleres Wachstum → oft kräftiger, direkter, manchmal „robuster“.
Sonneneinstrahlung
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Viel Sonne kann mehr Bitterstoffe fördern.
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Weniger direkte Sonne (z. B. durch Nebel, Wolken, Schatten) kann einen weicheren, süßeren Eindruck begünstigen.
Niederschlag & Luftfeuchte
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Feuchtigkeit unterstützt Wachstum, beeinflusst aber auch Blattstruktur und Aromaprofil.
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Nebelreiche Regionen sind berühmt für feinere, duftigere Tees.
👉 Du kannst dir das so vorstellen: Klima entscheidet, ob Tee eher klar und frisch, weich und rund oder kräftig und strukturiert wirkt.
3) Höhenlage: Warum Bergtees oft „feiner“ wirken
Viele hochwertige Tees stammen aus höheren Lagen. Warum?
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In der Höhe wächst Tee langsamer.
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Langsames Wachstum bedeutet oft mehr Aromakomplexität.
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Gleichzeitig kann der Tee weniger bitter wirken, dafür duftiger und eleganter.
Typische Tendenzen (nicht immer, aber häufig):
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Höhenlagen: floraler, feiner, klarer
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Tieflagen: kräftiger, erdiger, oft mehr Körper
4) Boden: Mineralien, Drainage und „Mundgefühl“
Der Boden beeinflusst, welche Nährstoffe die Pflanze aufnehmen kann. Das wirkt sich auf:
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Textur (cremig, weich, „rund“)
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Klarheit (sauber, präzise)
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Tiefe (erdig, malzig, mineralisch)
Beispiele, wie das in der Tasse wirken kann:
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mineralischer Eindruck (wie „steinig/clean“)
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erdig-warm (wie „brotig/malzig“)
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süß-rund (wie „weich/cremig“)
5) Teepflanze & Varietät: Camellia sinensis ist nicht gleich Camellia sinensis
Die meisten klassischen Tees (grün, schwarz, oolong, weiß) stammen von Camellia sinensis – aber:
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es gibt unterschiedliche Varietäten und Kultivare
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manche sind auf Umami gezüchtet, andere auf Duft
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manche ergeben mehr Bitterstoffe, andere mehr Süße
Das erklärt, warum selbst zwei Tees aus derselben Region unterschiedlich schmecken können.
6) Erntezeitpunkt: Frühling schmeckt anders als Sommer
Die Ernte ist ein riesiger Hebel.
Frühling (First Flush / Frühpflückung)
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oft feiner, frischer, lebendiger
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mehr Duft, oft auch mehr Süße
Sommer
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kräftiger, manchmal herber
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oft mehr Körper
Herbst
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runder, manchmal nussiger
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weniger „spitz“, eher weich
Bei Matcha und japanischen Grüntees ist die Frühjahrsqualität oft besonders begehrt, weil sie sehr harmonische, grüne Frische und Umami bringen kann.
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7) Verarbeitung: Herkunft ist auch Handwerk (und Tradition)
Jetzt wird’s richtig spannend: Zwei Länder können ähnliche Bedingungen haben – und trotzdem schmecken die Tees völlig anders, weil die Verarbeitungstradition unterschiedlich ist.
Grüner Tee: Japan vs. China (typische Unterschiede)
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Japan: häufig gedämpft → frischer, grasiger, „grüner“, manchmal Umami
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China: häufig in der Pfanne erhitzt/geröstet → weicher, nussiger, manchmal leicht rauchig
Schwarzer Tee: oxidiert, aber nicht gleich
Schwarztee entsteht durch Oxidation, doch Dauer, Temperatur und Blattmaterial beeinflussen:
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malzig & kräftig
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fruchtig & elegant
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würzig & tief
Matcha: Spezialfall mit eigener „Herkunftslogik“
Matcha ist nicht einfach „grüner Tee als Pulver“, sondern ein eigenes Produkt:
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Blätter werden vor der Ernte oft beschattet → mehr Chlorophyll, mehr Umami
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danach schonend verarbeitet, entstielt, gemahlen
Die Region, die Beschattung und die Mahlung prägen den Geschmack extrem:
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cremig / nussig
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frisch / vegetal
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süß / umami-betont
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8) Lagerung & Transport: Frische kann Herkunft „überlagern“
Auch wenn der Tee perfekt angebaut wurde:
Wenn er falsch gelagert wird, leidet der Geschmack.
Wichtig:
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lichtgeschützt
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trocken
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luftdicht
Gerade grüne Tees und Matcha sind sensibler. Das ist ein Grund, warum Herkunft allein nicht reicht – Qualität + Umgang sind genauso wichtig.
9) Wasser: Der unterschätzte Faktor, der Herkunft „sichtbar“ macht
Die gleiche Teesorte kann je nach Wasser komplett anders schmecken.
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sehr hartes Wasser → kann Tee flacher, bitterer wirken lassen
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weicheres Wasser → bringt oft mehr Süße und Klarheit
Wenn du also Tee aus einer bestimmten Herkunft probierst und er „komisch“ wirkt:
Oft ist es nicht der Tee, sondern das Wasser oder die Dosierung.
10) Wie du Herkunft clever nutzt, um deinen Lieblingstee zu finden
Hier ein praktischer Guide, wie du Herkunft als Kompass nutzt:
Du magst es frisch, klar, „grün“?
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häufig japanisch inspirierte Grüntee-Profile oder Matcha-Stilrichtungen
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Du magst es weich, rund, nussig?
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oft chinesisch inspirierte Grüntee-Profile oder sanftere Röstungen
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Du magst es kräftig, malzig, „klassisch“?
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viele Schwarztee-Profile aus traditionellen Regionen (je nach Sortiment)
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Du willst Vielfalt und dich durchprobieren?
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11) Fazit: Herkunft ist Geschmack – weil Tee ein lebendiges Produkt ist
Tee schmeckt je nach Herkunft so unterschiedlich, weil viele Schichten zusammenkommen:
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Natur (Klima, Boden, Höhe)
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Pflanze (Varietät/Kultivar)
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Ernte (Zeitpunkt, Blattqualität)
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Handwerk (Verarbeitung, Tradition)
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Frische (Transport, Lagerung)
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Zubereitung (Wasser, Dosierung, Temperatur)
Je besser du diese Faktoren verstehst, desto leichter wird Tee-Auswahl:
Du kaufst nicht „irgendeinen Tee“, sondern den Geschmack, der wirklich zu dir passt.
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